Investoren
Private Debt als Alternative zum Eigentum
Laufende Verzinsung, Grundbuch als Sicherheit, kürzere Bindung. Es gibt Marktphasen, in denen Finanzieren besser ist als Kaufen.
Immobilieninvestoren denken zuerst an Eigentum. Dabei ist die Fremdkapitalseite in bestimmten Marktphasen die bessere risikoadjustierte Position – insbesondere dann, wenn Banken zurückhaltend sind und Entwickler Kapital brauchen.
Was für die Kreditposition spricht
Laufende Verzinsung statt Wertänderungserwartung, dingliche Besicherung im Grundbuch, definierte Laufzeit statt offener Haltedauer. Wer in einem Markt investiert, dessen Preisentwicklung er nicht prognostizieren will, bekommt hier eine Rendite, die nicht von der Bewertung abhängt.
Dazu kommt die Position im Wasserfall. Der Kreditgeber wird vor dem Eigenkapital bedient – bei einem Auslauf von 60 bis 70 Prozent bedeutet das einen erheblichen Puffer, bevor die eigene Position berührt wird.
Wo die Risiken liegen
In der Verwertung. Eine Grundschuld ist nur so viel wert, wie das Objekt im Zwangsverkauf bringt – und das ist regelmäßig deutlich weniger als der Verkehrswert. Wer Private Debt betreibt, muss bereit sein, im Ernstfall das Objekt zu übernehmen und zu Ende zu entwickeln.
Zweitens im Servicing. Kreditüberwachung, Mittelverwendungskontrolle, Bautenstandsprüfung – das ist operative Arbeit. Wer sie nicht leisten kann, sollte über einen Fonds oder eine Club-Struktur mit erfahrenem Lead gehen.
Typische Strukturen
Whole Loans mit einem Vertragspartner über den gesamten Auslauf, Nachrangtranchen hinter einer Bank, oder Bridge-Finanzierungen mit kurzer Laufzeit und klar definiertem Exit. Die kurzen Laufzeiten sind für viele Family Offices der eigentliche Reiz: zwölf bis vierundzwanzig Monate statt zehn Jahre Bindung.
Kurz gesagt
Private Debt liefert laufenden Ertrag mit Sicherheit im Grundbuch – aber nur für Investoren, die eine Verwertung wirklich durchstehen könnten.
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