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Asset Klassen · Defence

Defence & Sicherheit

Verteidigung ist innerhalb weniger Jahre von der Ausschlussliste auf die Kaufliste gewandert. Gefragt sind Produktionsflächen, gesicherte Logistik und Zulieferer mit Kapazität – finanziert wird das anders als eine normale Gewerbeimmobilie.

Wir sehen in diesem Segment zwei Arten von Mandaten. Zum einen Immobilien und Standorte: Fertigungshallen mit Sprengstoff- oder Munitionszulassung, Instandsetzungsbetriebe, gesicherte Lager, Prüfgelände, Konversionsflächen und Liegenschaften mit besonderen Auflagen. Zum anderen Unternehmenstransaktionen und Wachstumsfinanzierungen bei Zulieferern, die aus Rahmenverträgen heraus Kapazität aufbauen müssen.

Der Werttreiber ist selten die Fläche. Er liegt in Genehmigungen, Zulassungen und Sicherheitsstatus: Sprengstoffrecht, Immissionsschutz, Geheimschutzbetreuung, NATO-Lieferantencode, Zertifizierungen der Qualitätssicherung. Diese Positionen sind kaum kurzfristig herstellbar – wer sie hat, verhandelt aus einer anderen Position.

Gleichzeitig ist die Kapitalseite selektiv. Ein Teil der institutionellen Investoren ist über eigene Ausschlusskriterien weiterhin blockiert, ein anderer Teil hat die Kriterien 2024 und 2025 überarbeitet. Wir wissen ziemlich genau, wer hier tatsächlich zeichnen darf – und wer nur sagt, dass er sich das anschaut.

Worauf wir zuerst schauen

  • Bestehende Genehmigungen nach BImSchG und Sprengstoffrecht
  • Sicherheitsanforderungen: Zaun, Zutritt, Videoschutz, Geheimschutzbetreuung
  • Bonität und Auftragslage des Nutzers, Rahmenvertragslaufzeiten
  • Drittverwendungsfähigkeit der Bausubstanz ohne Spezialauflagen
  • Altlasten und Kampfmittelverdacht, besonders bei Konversionsflächen
  • Außenwirtschaftsrechtliche Freigabe bei ausländischen Erwerbern

Kennzahlen

Ticketgröße
10 – 400 Mio. €
Objekttypen
Fertigung, Instandsetzung, gesicherte Logistik, Konversion
Typische Käufer
Strategen, Industrieholdings, Spezialfonds, Family Offices
Kritischer Prüfpunkt
Genehmigungen, Zulassungen, Sicherheitsstatus
Regulatorik
AWV-Prüfung, Exportkontrolle, Geheimschutz
Prozessdauer
4 – 9 Monate
Objekt besprechen

Werttreiber

Was hier den Preis bestimmt

01

Genehmigungsbestand

Eine bestehende Zulassung, die heute so nicht mehr erteilt würde, ist der eigentliche Vermögenswert. Sie hebt den Preis deutlich über die reine Bausubstanz.

02

Auftragsbindung

Mehrjährige Rahmenverträge mit öffentlichen Auftraggebern liefern die Cashflow-Sicherheit, die Kapitalgeber sonst in Mietverträgen suchen.

03

Kapazität statt Fläche

Bewertet wird, was pro Jahr produziert werden kann. Engpässe bei Energie, Prüfständen oder Personal wirken sich direkt auf den Preis aus.

04

Investorenkreis

Der Kreis ist kleiner, aber entscheidungsfreudig. Wer die richtigen zehn Adressen kennt, braucht keine breite Vermarktung.

Ablauf

So läuft ein Verkauf in diesem Segment

  1. Schritt 01

    Erstprüfung und Vertraulichkeit

    NDA, Klärung des Sicherheitsstatus und Abstimmung, welche Informationen überhaupt in einen Teaser dürfen.

  2. Schritt 02

    Bestandsaufnahme

    Genehmigungen, Zulassungen, Verträge, technische Ausstattung und Auflagen dokumentieren.

  3. Schritt 03

    Investorenauswahl

    Sehr enge, handverlesene Liste. Ansprache ausschließlich durch die Partner, ohne Umweg über Plattformen.

  4. Schritt 04

    Gespräche und Angebote

    Persönliche Termine statt Bieterrunde. Der Kreis ist zu klein für anonyme Prozesse.

  5. Schritt 05

    Regulatorische Freigaben

    Investitionsprüfung nach AWV, Exportkontrolle und – falls einschlägig – kartellrechtliche Anmeldung frühzeitig einplanen.

  6. Schritt 06

    Abschluss

    Vertragswerk, Übertragung von Genehmigungen und Übergabe des Betriebs mit klaren Zwischenschritten.

Aus der Praxis

Was uns in echten Deals begegnet

Diskretion ist hier keine Höflichkeit

Ein durchsickernder Verkaufsprozess kann Ausschreibungen und Sicherheitsfreigaben gefährden. Wir arbeiten in diesem Segment grundsätzlich ohne öffentliche Vermarktung.

AWV-Prüfung früh einplanen

Bei nichteuropäischen Erwerbern kostet die Investitionsprüfung Monate. Wer sie erst nach Signing anstößt, verliert den Zeitplan – und manchmal den Käufer.

Kampfmittelverdacht klären

Auf Konversions- und Altstandorten ist die Kampfmittelfreiheit der häufigste Streitpunkt in der Preisverhandlung. Ein vorliegender Bericht nimmt die Diskussion vorweg.

ESG-Kriterien vorab abfragen

Viele Fonds haben ihre Ausschlusslisten überarbeitet, andere nicht. Wir klären das vor der Ansprache, statt nach vier Wochen eine formale Absage zu kassieren.

Fragen

Was Eigentümer uns fragen

Die Punkte, die Eigentümer vor einem Mandat ansprechen – so beantwortet, wie wir es im Erstgespräch tun.

Vermarkten Sie solche Objekte öffentlich?

Nein. In diesem Segment arbeiten wir ausschließlich off-market, mit anonymisiertem Kurzprofil und einer sehr kleinen, vorab abgestimmten Investorenliste.

Finanzieren Sie auch Zulieferer im Wachstum?

Ja. Kapazitätsaufbau aus Rahmenverträgen heraus ist ein klassischer Fall für Wachstumsfinanzierung oder Mezzanine – meist zusammen mit unserem Corporate-Finance-Bereich.

Gibt es überhaupt genug Investoren?

Der Kreis ist kleiner als bei Logistik, aber deutlich entscheidungsfreudiger. Strategen und Industrieholdings bewegen sich hier schneller als jeder offene Fonds.

Was ist mit Bundeswehr-Liegenschaften?

Konversionsflächen begleiten wir regelmäßig – auf Käuferseite ebenso wie bei der Entwicklung. Der Ablauf ähnelt dem bei Grundstücken, nur mit längerer Genehmigungsschleife.

Denken Sie über einen Verkauf in dieser Assetklasse nach?

Schicken Sie uns die Eckdaten – Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung zu Preis und Käuferkreis.

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