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Asset Klassen · Infrastruktur

Infrastruktur & Energie

Erzeugung, Netze, Speicher, Glasfaser, Verkehr und soziale Infrastruktur. Kapital ist reichlich vorhanden – knapp sind genehmigte Projekte mit belastbarem Cashflow.

Wir arbeiten in diesem Segment für Entwickler, Betreiber und Eigentümer, die entweder Eigenkapital für die nächste Ausbaustufe brauchen oder ein Portfolio ganz oder teilweise abgeben wollen. Typisch sind PV-Freiflächen und Dachanlagen, Windparks im Repowering, Batteriespeicher, Wärmenetze, Glasfaser-Cluster, Ladeinfrastruktur und Rechenzentren an der Schnittstelle zur Immobilie.

Bewertet wird hier nicht die Fläche, sondern der Zahlungsstrom über 20 bis 30 Jahre. Entscheidend sind Vergütungsmodell (EEG, PPA, Verfügbarkeitsentgelt, Konzession), Restlaufzeit, Indexierung und die Frage, wer das Volumenrisiko trägt. Ein Projekt mit langfristigem Corporate PPA und Investment-Grade-Abnehmer bewegt sich in einer völlig anderen Renditewelt als eines im Merchant-Risiko.

Der zweite Prüfpunkt ist regulatorisch: Genehmigungsstand, Netzverknüpfungspunkt, Anschlusszusage, Flächensicherung über Erbbaurecht oder Nutzungsvertrag. Projekte scheitern in der Praxis selten am Kapital, sondern an einem fehlenden Netzanschluss oder einer Kommune, die sich noch nicht entschieden hat.

Worauf wir zuerst schauen

  • Genehmigungsstand und Bestandskraft der Bescheide
  • Netzverknüpfungspunkt, Anschlusszusage und Einspeiseleistung
  • Vergütung: EEG, PPA, Verfügbarkeitsentgelt oder Merchant-Anteil
  • Flächensicherung: Pacht, Erbbaurecht, Dienstbarkeiten, Laufzeiten
  • Betriebsführungs- und Wartungsverträge inklusive Verfügbarkeitsgarantien
  • Rückbauverpflichtungen und deren Besicherung

Kennzahlen

Ticketgröße
10 – 400 Mio. €
Segmente
PV, Wind, Speicher, Wärme, Glasfaser, Verkehr
Typische Käufer
Infrastrukturfonds, Versorger, Versicherer, Stadtwerke
Bewertungsbasis
DCF über Vertragslaufzeit, IRR
Kapitalstruktur
Projektfinanzierung, 65 – 85 % Fremdkapital
Prozessdauer
4 – 8 Monate
Objekt besprechen

Werttreiber

Was hier den Preis bestimmt

01

Vertragliche Cashflow-Sicherheit

Je länger und bonitätsstärker die Abnahme, desto niedriger die geforderte Rendite. Ein 15-Jahres-PPA mit einem Industriekonzern ist mehr wert als drei Jahre Spotmarkt.

02

Netzanschluss

Eine verbindliche Anschlusszusage mit Termin ist in vielen Regionen inzwischen der eigentliche Werttreiber – nicht die Fläche und nicht die Technik.

03

Genehmigungsreife

Zwischen Projektidee und ready-to-build liegt regelmäßig der halbe Kaufpreis. Käufer zahlen für weggenommenes Risiko, nicht für Potenzial.

04

Skalierbarkeit

Cluster mit gleicher Technik und einheitlichen Verträgen lassen sich als Plattform verkaufen und bringen einen Aufschlag gegenüber dem Einzelprojekt.

Ablauf

So läuft ein Verkauf in diesem Segment

  1. Schritt 01

    Projektaufnahme

    Technik, Genehmigungen, Verträge, Flächen und Netzanschluss vollständig erfassen und Lücken benennen.

  2. Schritt 02

    Modell und Sensitivitäten

    DCF über die Vertragslaufzeit, mit Szenarien zu Strompreis, Verfügbarkeit, Zins und Betriebskosten.

  3. Schritt 03

    Investorenauswahl

    Infrastrukturfonds, Versorger, Versicherer und strategische Betreiber – je nach Risikoprofil und Bauphase getrennte Kreise.

  4. Schritt 04

    Indikative Angebote

    Vergleich über IRR-Erwartung, Struktur und Sicherheiten, nicht nur über den Kaufpreis.

  5. Schritt 05

    Due Diligence

    Technisch, rechtlich und regulatorisch – meist parallel mit einem spezialisierten Gutachter je Gewerk.

  6. Schritt 06

    Vertrag und Übergabe

    SPA oder Beteiligungsvertrag, Übertragung der Genehmigungen, Betriebsführung und Sicherheiten.

Aus der Praxis

Was uns in echten Deals begegnet

Netzanschluss vor allem anderen

Wir fragen im Erstgespräch als Erstes nach der Anschlusszusage. Ohne belastbaren Netzverknüpfungspunkt ist jeder Preis Spekulation, und erfahrene Käufer steigen sofort aus.

Merchant-Anteil ehrlich ausweisen

Wer Spotmarkterlöse mit optimistischen Kurven in den Businessplan schreibt, verliert die Diskussion in der Due Diligence. Besser konservativ rechnen und den Upside separat zeigen.

Rückbau und Sicherheiten

Rückbaubürgschaften und Rekultivierungspflichten werden bei der Kaufpreisverhandlung gerne übersehen und tauchen dann als Abzug im letzten Entwurf wieder auf.

Kommune einbinden

Bei Freiflächen und Wärmenetzen entscheidet die Haltung vor Ort. Ein Gemeinderat, der sich übergangen fühlt, kostet mehr Zeit als jede Bankprüfung.

Fragen

Was Eigentümer uns fragen

Die Punkte, die Eigentümer vor einem Mandat ansprechen – so beantwortet, wie wir es im Erstgespräch tun.

Finanzieren Sie auch Projekte vor Baurecht?

Ja, aber dann über Eigenkapital oder Mezzanine mit Meilensteinstruktur. Klassische Projektfinanzierung startet realistisch mit bestandskräftiger Genehmigung und Netzanschluss.

Verkaufen Sie einzelne Anlagen oder nur Portfolios?

Beides. Unterhalb von rund zehn Millionen Euro lohnt sich meist die Bündelung zu einem Paket – der Prozessaufwand ist bei Einzelanlagen fast derselbe.

Wie hängt das mit Rechenzentren zusammen?

Rechenzentren liegen zwischen Immobilie und Infrastruktur. Wir behandeln sie über die Sonderimmobilien-Seite, ziehen die Energieseite aber in dieselbe Prüfung.

Arbeiten Sie mit Stadtwerken?

Regelmäßig – auf beiden Seiten. Zur öffentlichen Seite finden Sie eine eigene Seite zur kommunalen Finanzierung.

Denken Sie über einen Verkauf in dieser Assetklasse nach?

Schicken Sie uns die Eckdaten – Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung zu Preis und Käuferkreis.

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