Investoren
Core bis Opportunistic: Renditeerwartung realistisch ansetzen
Welche IRR eine Strategie wirklich trägt – und woran Business Pläne in der Praxis scheitern.
Die Einteilung in Core, Core-Plus, Value-Add und Opportunistic ist nützlich, wird aber oft als Renditeversprechen missverstanden. Sie beschreibt Risiko, nicht Ertrag. Was am Ende herauskommt, entscheidet sich an drei Stellen.
Woran Business Pläne scheitern
Fast nie am Ankaufspreis. In den Fällen, die wir gesehen haben, war der Einstieg meist vertretbar. Gescheitert ist es am Exit-Zeitpunkt: Der Plan sah einen Verkauf nach vier Jahren vor, der Markt gab ihn nicht her, und die Finanzierung lief aus.
Zweiter Klassiker: die Vermietungsannahme. Ein Value-Add-Plan, der von Vollvermietung in achtzehn Monaten ausgeht, hat keine Reserve. Wenn es vierundzwanzig werden, ist die Rendite weg – nicht wegen der sechs Monate Miete, sondern wegen der Verlängerungskosten der Finanzierung.
Realistische Bandbreiten
Core-Objekte liefern heute überwiegend im mittleren einstelligen Bereich, bei entsprechend geringer Schwankung. Value-Add-Strategien brauchen zweistellige Zielrenditen, um das Umsetzungsrisiko zu rechtfertigen; darunter lohnt sich der Aufwand nicht.
Opportunistische Ansätze werden mit deutlich höheren Zielwerten kalkuliert, treffen sie aber in weniger als der Hälfte der Fälle. Wer diese Quote nicht einpreist, rechnet sich das Portfolio schön.
Was wir Investoren empfehlen
Rechnen Sie jeden Plan mit einer um zwölf Monate verlängerten Haltedauer und einem um fünfzig Basispunkte schlechteren Exit-Faktor. Was diese beiden Änderungen überlebt, ist belastbar.
Und legen Sie die Finanzierungsstruktur auf die Haltedauer plus Reserve aus, nicht auf den Planfall. Refinanzierung unter Zeitdruck ist der teuerste Fehler im Segment.
Kurz gesagt
Nicht der Einkauf entscheidet über die Rendite, sondern der Exit-Zeitpunkt und die Finanzierungslaufzeit. Beide gehören mit Reserve geplant.
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