Investoren
Club Deal statt Alleingang
Governance, Waterfall, Call- und Put-Rechte: Wie sich mehrere Family Offices ein Objekt teilen, ohne dass beim ersten Nachschussbedarf Streit entsteht.
Club Deals funktionieren gut, solange alles nach Plan läuft. Interessant wird es beim ersten Nachschussbedarf oder wenn ein Gesellschafter aussteigen will. Genau dafür wird der Vertrag geschrieben.
Governance vor Wirtschaft
Die wirtschaftlichen Eckpunkte sind meist schnell geklärt. Die Streitpunkte entstehen bei der Frage, wer entscheidet: über Verkauf, Refinanzierung, größere Investitionen, Wechsel des Verwalters. Wir empfehlen einen abgestuften Katalog mit einfacher Mehrheit für das Laufende und qualifizierter Mehrheit für die drei bis vier existenziellen Themen.
Ein Patt muss auflösbar sein. Ohne Mechanismus – Sachverständigenentscheid, Shoot-out oder Verkaufsautomatik nach Frist – blockiert ein einzelner Gesellschafter das Objekt jahrelang.
Der Nachschussfall
Der häufigste Konflikt. Zwei von drei Gesellschaftern können und wollen nachschießen, der dritte nicht. Ohne Regelung entsteht Streit über Bewertung und Verwässerung, meist zum ungünstigsten Zeitpunkt.
Bewährt hat sich eine vorab definierte Verwässerungsmechanik mit Zuschlag für den nachschießenden Gesellschafter, kombiniert mit einem befristeten Nachkaufrecht. Das ist unangenehm zu verhandeln und ausgesprochen wertvoll, wenn der Fall eintritt.
- Waterfall inklusive Hurdle und Catch-up vollständig durchrechnen, nicht nur beschreiben
- Tag-along und Drag-along ab definierter Schwelle
- Ausstiegsfenster mit Vorkaufsrecht der Mitgesellschafter
Wer den Deal führt
Ein Club Deal braucht einen Lead, der operativ entscheidet und dafür vergütet wird. Gleichberechtigung ohne Führung führt zu langsamen Prozessen – und in Ankaufssituationen ist Geschwindigkeit die Währung.
Kurz gesagt
Der Club-Deal-Vertrag wird für den Konfliktfall geschrieben, nicht für den Normalfall. Nachschuss, Patt und Ausstieg gehören vor dem Ankauf geregelt.
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