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Nahversorgung: Warum der Lebensmittelanker alles trägt
Indexierte Mieten, Umsatzmieten, Umnutzungspotenzial – eine nüchterne Betrachtung des Fachmarktsegments.
Nahversorgung war lange das langweilige Segment und ist heute eines der stabilsten. Der Grund ist der Ankermieter: Ein Vollsortimenter oder Discounter mit langem, indexiertem Vertrag trägt den Standort auch dann, wenn die Nebenflächen schwächeln.
Was den Standort wirklich trägt
Einzugsgebiet, Sichtbarkeit, Parkplatzschlüssel und Wettbewerbssituation im Umkreis von wenigen Fahrminuten. Diese vier Punkte bestimmen, ob der Ankermieter am Ende der Laufzeit verlängert – und die Verlängerungswahrscheinlichkeit ist der wichtigste Werttreiber im Segment.
Ein Hinweis aus der Praxis: Prüfen Sie, ob der Markt in seiner aktuellen Flächengröße noch dem Konzept des Betreibers entspricht. Viele Filialisten haben ihre Standardflächen vergrößert. Ein Markt, der zu klein ist, wird bei Vertragsende aufgegeben, egal wie gut die Lage ist.
Umsatzmieten realistisch bewerten
Umsatzmieten klingen attraktiv, sind aber in der Bewertung schwierig. Banken rechnen in der Regel nur die Mindestmiete an, Käufer diskontieren den variablen Anteil deutlich. Wer Umsatzmieten im Vertrag hat, sollte die Historie sauber dokumentieren – sonst bleibt der Anteil im Preis unberücksichtigt.
Umnutzung als Reserve
Bei vielen Fachmarktstandorten liegt der eigentliche Wert im Grundstück. Nachverdichtung mit Wohnen über dem Markt ist in Ballungsräumen inzwischen Standard und verändert die Bewertung erheblich – vorausgesetzt, das Planungsrecht gibt es her.
Wir prüfen das bei jedem Mandat mit, auch wenn kein Verkauf ansteht. Es ist die Information, die Käufer am meisten interessiert.
Kurz gesagt
Die Verlängerungswahrscheinlichkeit des Ankermieters ist der Werttreiber. Alles andere – Umsatzmieten, Nebenflächen, Nachverdichtung – kommt danach.
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