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Whole Loans: Tempo als Wettbewerbsvorteil

Ein Vertragspartner statt zwei, kein Intercreditor-Prozess. Der Mischzins liegt höher – in engen Ankaufsfristen ist das trotzdem oft die günstigere Rechnung.

Dezember 20255 Min. Lesezeit

Ein Whole Loan deckt die gesamte Fremdkapitalseite aus einer Hand ab, typischerweise bis zu einem Auslauf, den eine Bank allein nicht darstellt. Der Mischzins liegt über der Kombination aus Senior und Nachrang – der Vorteil liegt woanders.

Wo der Zeitvorteil entsteht

Kein Intercreditor-Agreement. Diese Verhandlung zwischen Senior und Mezzanine-Geber ist in gestapelten Strukturen regelmäßig der langsamste Teil und dauert je nach Beteiligten vier bis acht Wochen. Beim Whole Loan entfällt sie vollständig.

Dazu ein Kreditprozess statt zwei, ein Gutachten, ein Datenraum, eine Gremienrunde. In Ankaufssituationen mit fester Frist entscheidet genau das über den Zuschlag.

Wann sich der höhere Zins rechnet

Wenn die Alternative ist, das Objekt nicht zu bekommen. Das klingt trivial, wird aber selten sauber gerechnet: Ein Aufschlag über achtzehn Monate Bauzeit ist oft kleiner als der entgangene Entwicklungsgewinn.

Nicht sinnvoll ist der Whole Loan bei langfristigen Bestandsfinanzierungen mit ruhigem Zeitplan. Dort schlägt die gestapelte Struktur die Einfachheit klar.

Worauf zu achten ist

Vorfälligkeitsregelungen und Mindestlaufzeiten. Wer nach zwölf Monaten auf eine klassische Bankfinanzierung umstellen will, sollte das im Vertrag kostenfrei abbilden – sonst wird die geplante Umfinanzierung teuer.

Kurz gesagt

Der Whole Loan kauft Zeit, nicht Zinsersparnis. In engen Ankaufsfristen ist Zeit meist das teurere Gut.

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